Das Witwensplitting erklärt

Witwensplitting
Was ist das Witwensplitting?

Steuern zahlen muss wohl sein. Ansonsten könnte kein Gemeinwesen existieren. Bereits in der Urgemeinschaft gab es so etwas wie Abgaben für den Stammesältesten.

Waren die Regierenden damals noch mit Naturalien zufrieden, möchte der Staat heute Geld sehen. Das Finanzamt nimmt es von den Lebenden und den Toten. Die Erbschaftssteuer lässt grüßen. Aber sie gibt auch etwas: das Witwensplitting.

Auch wenn das Thema Tod in einer Ehe nicht unbedingt alltäglicher Gesprächsstoff ist, sollten sich ältere Menschen mit der steuerlichen Gestaltung durch das Witwensplitting schon einmal befasst haben.

Was versteht man unter dem Witwensplitting genau?

Jedoch ist es nicht so, wie der Name sagt. Es werden keine Witwen geteilt. Vielmehr kann das Ehegattensplitting auch von Witwen, respektive Witwern, in Anspruch genommen werden.

Im Rahmen der derzeit in der Umsetzung befindlichen Geschlechterneutralität des Steuerrechts wird dies auch für eingetragene Lebensgemeinschaften gelten.

Wer das Ehegattensplitting kennt und es anwendet, wird sich auch mit dem Witwensplitting zurechtfinden.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Das Ehegattensplitting ist eine Variante im Steuerrecht, durch die der Staat Ehepaaren (eingetragenen Lebensgemeinschaften) eine finanzielle Förderung angedeihen lässt.

Das funktioniert so, dass bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung von Ehegatten deren Einkünfte addiert werden, dann halbiert und mit der so ermittelten Summe in die Lohnsteuertabelle gegangen wird.

Der aus der Lohnsteuertabelle abgelesene Steuersatz gilt dann für das gesamte Einkommen. Aufgrund der Progression der Einkommenssteuertarife ist das Ehegattensplitting steuerlich günstiger.

Und wie steht das Witwensplitting nun mit dem Ehegattensplitting im Zusammenhang?

Wenn einer der Partner verstirbt, kann im selben Jahr das Ehegattensplitting vom Hinterbliebenen angewendet werden (siehe hierzu auch die Ausführungen im Artikel Steuerklasse Witwe).

Und als Bonus gibt es als Witwensplitting noch die Möglichkeit, im Folgejahr ebenfalls nach dem Ehegattensplittingstarif versteuert zu werden.

So hat die Witwe/der Witwer noch ein Jahr länger Zeit, sich der harten Realität finanziell zu nähern. Eine lobenswerte Handlungsweise des Fiskus.

Wann ist Witwensplitting möglich?

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Anwendung des Witwensplittings, auch Verwitwetensplitting genannt, ist natürlich nur möglich, wenn das Paar vor dem Todesfall nicht dauerhaft getrennt gelebt hat.

Das ganze Prozedere funktioniert natürlich nur, wenn der Hinterbliebene nicht wieder heiratet. Findet er im Jahr des Todes des bisherigen Partners oder im Folgejahr den Weg zum Traualtar erneut, ist eine Anwendung des Ehegattensplittings nur möglich, wenn das neue Ehepaar ebenfalls zusammenveranlagt wird.

Mit dem Hochzeitstermin endet in jedem Fall das Witwensplitting.

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