Was ist die Gewerbesteuer und wer zahlt Gewerbesteuer?

was ist gewerbesteuerAls Unternehmer in Deutschland unterliegt man der Steuerpflicht. Hierunter fällt auch, dass  Unternehmen ab einer bestimmten Gewinngrenze, auf die im weiteren Verlauf noch näher eingegangen wird, Gewerbesteuer zahlen müssen.

Gerade für Unternehmer wird die Gewerbesteuer immer mehr zum Schreckgespenst, denn aufgrund ansteigender Finanznot erhöhen immer mehr Gemeinden und Städte ihre Hebesätze, die die Basis für die Ermittlung der Gewerbesteuer darstellen.

Das Ergebnis:  für Unternehmen erhöht sich die zu zahlende Gewerbesteuer, was wiederum als Konsequenz Unternehmen gerade aus Ballungsräumen mit hohen Hebesätzen wie München (um nur ein Beispiel zu nennen) vertreibt.

Was ist die Gewerbesteuer nun genau?

Will man die Frage was ist die Gewerbesteuer beantworten, dann kann dies in nur wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht werden:

Alle gewerblichen Unternehmen, die ihren Sitz im Inland haben, müssen Gewerbesteuer auf Gewerbeerträge entrichten. Unter Gewerbeunternehmen versteht man dabei alle Personengesellschaften, die gewerblich tätig sind.

Aber auch Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften wie die GmbH müssen Gewerbesteuer abführen. Ebenfalls müssen Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe Gewerbesteuer entrichten, wenn sie mehr als 50,000 Euro erwirtschaften.

Voraussetzung: Das Land- und Forstwirtschaftlich Unternehmen muss im Handelsregister eingetragen sein.

Wer profitiert von der Gewerbesteuer?

Von der Gewerbesteuer profitieren Städte und Gemeinden. Sie wird zum größten Teil dazu genutzt, um gerade Gemeinden zu finanzieren. Gemeinden, mit einer großen Zahl an Unternehmen, stehen in der Regel finanziell weitaus besser da, als Regionen in denen sich wenig Unternehmen ansiedeln.

Interessant ist es diesbezüglich zu wissen, dass gerade Gemeinden eine Vielzahl an Kosten eigenständig ohne staatliche Unterstützung leisten müssen. Darum sind Gemeinden bestrebt, die Ansiedelung von Unternehmen, die Gewerbesteuer einbringen, zu fördern.

Wer legt die Gewerbesteuer fest?

Bei der Gewerbesteuer handelt es sich um eine kommunale Steuer, d.h. sie wird durch die Gemeinde oder Stadt festgelegt. Hat man als Unternehmer die Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben, dann erhält man automatisch einen Gewerbesteuerbescheid.

Dieser beinhaltet neben dem ermittelten Messbetrag auch den Hebesatz der jeweiligen Stadt bzw. Gemeinde.  Erst einige Wochen später erhält man dann den Gewerbesteuerbescheid, der die genauen Forderungen (oder auch Rückzahlungen) beinhaltet.

Aufgrund der Tatsache, dass die Hebesätze variieren, kommt es zu Steuersätzen unterschiedlicher Höhe.

Wenn Ihr Unternehme seinen Sitz in München Stadt hat, zahlen Sie mehr Gewerbesteuer, als wenn Sie Ihr Gewerbe im Umland München angemeldet haben. Nur ein paar Kilometer können hierbei einen großen Unterschied machen!

Beispiel: Hebesätze Region München

München hat einen Hebesatz von 490%. Grünwald, das im Grunde ein Nobelviertel Münchens ist, jedoch lediglich einen Hebesatz von 240%. Betreibt man sein Gewerbe in Olching, einem kleinen Vorort von München, dann beträgt der Hebesatz hier 350%.

Gewerbesteuerberechnung: Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Die Berechnung der Gewerbesteuer ist gerade für Laien nicht ganz einfach. Es ist daher in jedem Fall sinnvoll, sich an einen Steuerberater zu wenden. Grundsätzlich sind die genauen Regelungen im GewStG zu finden. GewStG steht für Gewerbesteuergesetz.

Als Ausgangsbasis bei der Berechnung der Gewerbesteuer dient der erwirtschaftete Gewerbeertrag. Allerdings kann der erzielte Gewerbebetrag durch Kürzungen oder auch Hinzurechnungen verringert oder auch erhöht werden.

Da es bei Kürzungen oder auch Hinzurechnungen durchaus schnell zu Fehlern kommen kann, die bei einer Steuerprüfung zu Problemen führen können, empfehlen wir den  Rat eines Steuerberaters einzuholen.

Gewerbesteuer Freibetrag

Wie die Gewerbesteuer genau berechnet wird, richtet sich nach der Form des Unternehmens, sprich der Rechtsform. So wird zum Beispiel Personengesellschaften und Einzelunternehmen ein Freibetrag von 24.500Euro eingeräumt. Sämtliche Gewinne bis zu diesem Betrag sind nicht gewerbesteuerpflichtig.

GmbHs allerdings müssen auf ihren gesamten Gewinn Gewerbesteuer zahlen. Ein Freibetrag wird  GmbHs nicht eingeräumt.

Die Konsequenz: aufgrund des geltenden Freibetrags von 24.500 Euro sind Sie, wenn Sie ein Unternehmen neu gegründet haben, es sich nicht um keine GmbH handelt, und Ihre Gewinne unter der Freigrenze bleiben, von der Gewerbesteuer befreit.

Dies ist ohne Zweifel eine gute Nachricht für alle Neugründer.

Wer ist ansonsten noch von der Gewerbsteuer befreit?

Ebenfalls von der Gewerbesteuer befreit sind Freiberufler. Viele vertreten die Auffassung, dass nur Rechtsanwälte, Steuerberater oder Ärzte in die Gruppe der Freiberufler fallen. Doch dem ist längst nicht so.

Im § 18, Abs. 1 des Einkommensteuergesetz ist festgehalten, wer zu den Freiberuflern zählt und damit nicht gewerbesteuerpflichtig ist. Danach werden Freiberuflern in drei Gruppen unterteilt: Katalogberufe, katalogähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe.

Katalogberufe:

Zu den Katalogberufen gehören: sämtliche Heilberufe wie Ärzte, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen, Tierärzte, Zahnärzte etc.

Ebenfalls zu den Katalogberufen gehören wirtschafsberatende, Steuer- und Rechtsberufe. Und auch Naturwissenschaftliche und technische Berufe sowie Kulturberufe werden zu den freiberuflichen Tätigkeiten gezählt, die von der Gewerbesteuer befreit sind.

Katalogähnliche Berufe

Unter „katlogähnlichen Berufen“ versteht der Gesetzgeber zum Beispiel: Werbetexter, Reitlehrer, Masseur, Modedesigner, Fotodesigner etc.

Tätigkeitsberufe

Zur  letzten Kategorie nämlich den Tätigkeitsberufen zählen Berufe, bei denen eine wissenschaftliche Tätigkeit im Vordergrund steht, eine künstlerische, schriftstellerisch, erzieherische oder auch unterrichtende.

Da die Grenzen in vielen Fällen fließend sind, empfiehlt es sich in jedem Fall Rat bei einem Steuerberater einzuholen. Nur so können Sie zu 100% sicher sein, dass Sie auch tatsächlich keine Gewerbesteuer zahlen müssen.

Auf diese Weise können Sie auf Nummer sicher gehen und bewahren sich vor bösen Überraschungen!

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