Die Reichensteuer erklärt

reichensteuerZunächst einmal ist Reichensteuer ein Begriff der Medien. Sie wurde auch als Millionärssteuer oder Neidsteuer kolportiert.

Sie ist auch keine eigene Steuerkategorie wie etwa die Einkommens- oder Umsatzsteuer.

Die Reichensteuer ist letzendlich der Spitzensteuersatz für Steuerzahler mit einem weit über den Durchschnitt hinausgehendem zu versteuerndem Einkommen. Im Folgenden wird die Einkommensgrenze und die Höhe der Reichensteuer präzisiert.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD 2005: Basis für die Reichensteuer

Dem Sinne nach wurde die Reichensteuer im Kollektionsvertrag zwischen CDU und SPD im Jahr 2005 erschaffen. Sie gilt seit 2007.

Der Begriff Reichensteuer besagt nichts anderes, als dass ab einer bestimmten Einkommensgrenze der Spitzensteuersatz auf diese Einkommen erhöht ist.

Unter dieser Einkommensgrenze liegt der Spitzensteuersatz von 42 %, darüber bei 45 %. Diese Grenze ist derzeit bei etwa 250.000 € im Jahr für alleinstehende.

Es ist verständlich, dass nicht allzu viele Menschen in Deutschland diese Summen jährlich als Einkommen verbuchen können.

0,1 Prozent der Steuerzahler sind davon betroffen, in Deutschland damit ca. 45.000 Menschen. Wobei von betroffen wohl nicht unbedingt die Rede sein kann.

Das Steuereinkommen durch die Reichensteuer ist erheblich

Trotz der geringen Anzahl der Menschen, die diese Reichensteuer zahlen müssen, ist das jährliche Steuereinkommen erheblich. Es lag in den vergangenen Jahren seit 2007 zwischen 610 Millionen € und 790 Millionen €, die durch die Reichensteuer zusätzlich in die Kassen des Staates flossen.

Linksgerichtete Parteien sind für eine weitere Erhöhung der Reichensteuer

Bei Wahlen ist die Reichensteuer ein gern genutztes Wahlkampfargument. Insbesondere eher linksgerichtete Parteien möchten diese Steuer drastisch erhöhen. Sie argumentieren, nicht ganz zu Unrecht, dass die Abschöpfung hoher Einkommen dem Allgemeinwohl dient.

Ökonomen haben bewiesen, dass, je höher ein Steuersatz für Reiche ist, desto geringer die Armut in dem entsprechenden Land ausfällt. Denn wenn der Staat mehr Einnahmen hat, kann er mehr für das Gemeinwohl tun, aber auch für Sozialleistungen.

Wobei sich stets die Frage stellt, weshalb Leistungen für arme Menschen unbedingt über den Staat gehen müssen. Reiche Menschen können auch ohne Umweg über den Staat armen Menschen helfen, so sie denn möchten.

Die Initiative von Bill Gates

Wie den Medien zu entnehmen ist, sind zumindest einige der Wohlhabenderen in Deutschland nicht abgeneigt, einen höheren Spitzensteuersatz respektive eine höhere Reichensteuer zu zahlen. Einige haben der Initiative von Bill Gates angeschlossen und große Teile ihres Vermögens freiwillig gespendet.

Die Reichensteuer ist keine freiwillige Spende!

Bei der Reichensteuer geht es jedoch nicht um eine freiwillige Spende aus Vermögen, vielmehr um die Abschöpfung von Einkommen. Also um eine nicht freiwillige Leistung an den Staat.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Reichensteuer in Zukunft wesentlich erhöht werden wird.

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