Die Steuerklasse getrennt lebend: wann gilt welche Steuerklasse?

Steuerklasse getrennt lebend
Steuerklasse getrennt lebend

Steuern sind das Mittel der Wahl, wenn der Staat sich finanzieren möchte. Die Lohnsteuer ist in Deutschland die größte Einnahmequelle des Staates. Gefolgt von der Umsatzsteuer.

Die Lohnsteuer ist eine sogenannte Quellensteuer. Das bedeutet, dass sie in dem Moment, wo sie entsteht, auch erhoben wird.

Der Arbeitgeber führt die Lohnsteuer direkt an den Staat ab

Der Arbeitgeber führt diese Steuer für den Arbeitnehmer direkt an den Staat ab, der Arbeitnehmer bekommt sie gar nicht zu Gesicht.

Er hat daher wenig Einflussmöglichkeit auf die Höhe der Lohnsteuer, ganz im Gegensatz etwa zu Selbstständigen.

Sinn der Lohnsteuer

Neben der Finanzierung des Staates hat die Lohnsteuer noch eine weitere Aufgabe. Wie fast alle Steuern im deutschen Steuersystem, soll sie sozialen oder wirtschaftspolitischen Zwecken dienen. Der Staat hat damit eine Möglichkeit, seine politischen Ziele umzusetzen.

Die Steuerklassen sollen für ein soziales Gleichgewicht sorgen

Diesem Ziel dienen die Steuerklassen. Sie ermöglichen es, bereits bei Abzug der Lohnsteuer die sozialen Verhältnisse des Steuerpflichtigen zu berücksichtigen.

Ehepaare kommen in den Genuss von Steuervorteilen

Besonders bevorteilt sind davon Ehepartner beziehungsweise eingetragene Lebensgemeinschaften. Sie können die Steuerklassenkombinationen 3/5 oder 4/4 wählen. Diese Wahl bleibt auch im Jahr der Trennung eines Paares bestehen, bis Ende des Jahres. Egal, wann die Trennung beginnt. Dies ist also die Steuerklasse getrennt lebend im Trennungsjahr.

Wann ist die Steuerklasse getrennt lebend von Interesse?

Die Steuerklasse getrennt lebend ist natürlich nur dann von Interesse, wenn das Trennungsjahr der Vorbereitung auf eine Scheidung dient.

Ab dem ersten Januar des Folgejahres hingegen erhält jeder der Ehegatten die Lohnsteuerklasse 1 beziehungsweise mit Kind Lohnsteuerklasse 2.

Beides hat nichts zu tun damit, ob die noch verheirateten Ehepartner im Trennungsjahr und im Folgejahr sich bei der Steuererklärung zusammenveranlagen lassen möchten oder nicht.

Die Steuerklasse getrennt lebend ist also davon abhängig, ob sich ein Paar noch im Trennungsjahr befindet oder nicht.

Die Steuerklasse 1 und Steuerklasse 3

Die Steuerpflichtigen in Steuerklasse 1 und Steuerklasse 2 erhalten automatisch einen höheren Steuersatz. Das hat zur Folge, dass getrennt lebende Ehepartner mehr Steuer zahlen müssen. Das liegt daran, dass das Ehegattensplitting nunmehr entfällt.

Bei einer Trennung liegt kein Grund mehr vor, die Ehe staatlich zu fördern

Steuerpolitisch gesehen ist das auch sinnvoll, denn das Ehegattensplitting dient ja gerade dazu, die Ehe steuerlich zu fördern.

Und wenn die Ehe beendet wird, auch wenn sie auf dem Papier noch besteht, soll sie auch nicht mehr gefördert werden.

Der Ehepartner mit Kind kann immer noch bei der Steuerklasse getrennt lebend von Steuervorteilen profitieren

Wobei der Ehepartner, bei dem der oder die Kinder leben, in Steuerklasse 2 noch einen steuerlichen Bonus erhält. Ihm wird der Alleinerziehendenfreibetrag zugerechnet, weil der Fiskus anerkennt, dass ein Singlehaushalt mit Kind nun einmal mehr kostet.

Im Übrigen hat diese Steuerklassenänderung getrennt lebender nichts zu tun mit dem Kindergeld.

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