Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer?

Mehrwertsteuer UmsatzsteuerMehrwertsteuer… Umsatzsteuer. Diese Begriffe tauchen immer wieder auf und egal ob Unternehmer oder Verbraucher, fast täglich ist man mit den Begriffen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer konfrontiert.

Mal fällt der eine Begriff, mal der andere, und für nicht wenige ist damit die Verwirrung perfekt.

Worin liegt also der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer oder ist es gar ein und dasselbe?

Fakt ist, dass in Deutschland die Begriffe Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer gerne synonym also gleichbedeutend verwendet werden. Das ist auch im grobem und ganzem nicht komplett falsch.

Ganz allgemein gesehen lässt sich feststellen, dass Mehrwertsteuer ein Unterbegriff von der Umsatzsteuer ist. Die Mehrwertsteuer ist dabei die Form nach der die Umsatzsteuer erhoben wird.

Aus steuerrechtlicher und auch betriebswirtschaftlicher Sicht gesehen gibt es allerdings durchaus ein paar eindeutige Unterschiede.

Immer, wenn Waren oder Dienstleistungen verkauft werden, wird auf diese durch den Verkäufer Umsatzsteuer erhoben. Die Umsatzsteuer wird  prozentual auf den Umsatz, also den Nettopreis, berechnet und auf den Endpreis aufgeschlagen.

Das Ergebnis von Nettopreis plus Umsatzsteuer stellt dann den Endpreis, also den Bruttotpreis dar. In der Regel beträgt dieser Prozentsatz 19%. Allerdings kann dieser Steuersatz auch auf 7% ermäßigt werden. Für welche Waren oder Dienstleistungen eine ermäßigte Steuer gilt, finden Sie hier erörtert.

Das Mehrwertprinzip

Die Berechnung der Umsatzsteuer erfolgt in Deutschland seit 1967 nach dem Mehrwertprinzip. Seit 1967 werden die Begriffe Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer synonym verwendet.

In den Jahren vor 1967 wurde die Umsatzsteuer nur die Einnahmen eines Unternehmens einbezogen. Heute findet eine Verrechnung zwischen Einnahmen und Ausgaben statt. Das Prinzip nennt sich Mehrwertprinzip.

Das Mehrwertprinzip und die Vorsteuer

Ein großes Schlagwort, welches das Mehrwertprinzip mit sich bringt, ist der Begriff der Vorsteuer.

Die Vorsteuer besagt, dass, kauft ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen, dann kann es die bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen und erhält diese zurück.

Der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer: ein Beispiel

Wie sich Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer und Abzug der Vorsteuer genau verhalten, kann an folgendem Beispiel verdeutlicht werden. Der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer sollte hierdurch ebenfalls deutlich werden:

Unternehmen X kauft einen Fernseher für den Wiederverkauf im Wert von 1000 Euro (Netto). Auf diesen Preis erhebt der Verkäufer 19% Umsatzsteuer. Es fallen somit 190 Euro Umsatzsteuer an. Der Endpreis (Bruttopreis) beläuft sich damit auf 1119 Euro.

Unternehmen X kann nun die gezahlte Umsatzsteuer in Höhe von 190 Euro beim Finanzamt als Vorsteuer geltend machen.

Unternehmen X verkauft nun den Fernseher weiter an einen Einzelhändler für 1500 Euro. Es fällt eine Umsatzsteuer von 285 Euro an. Der Einzelhändler muss somit einen Bruttopreis von 1785 Euro zahlen.

Und genau an dieser Stelle wird nun deutlich, was die Mehrwertsteuer eigentlich ist. Denn die Frage, die sich nun stellt ist, wie viel Mehrwertsteuer Unternehmen X nun letztendlich gezahlt hat.

Um dies festzustellen, gilt folgende Rechnung zur Berechnung der Vorsteuer:

Es muss die Umsatzsteuer im Verkauf von der Vorsteuer im Einkauf subtrahiert werden.

In unserem Beispiel ergibt sich damit: Unternehmen X musste beim Verkauf des Fernsehers an den Einzelhändler 285 Euro berechnen. Vom Finanzamt erhält Unternehmen X die Umsatzsteuer, die es selbst beim Einkauf zahlen musste (sprich 190 Euro) in Form der Vorsteuer zurück.

Daraus resultiert: 285 Euro – 190 Euro = 95 Euro

Die 95 Euro sind damit im korrekten Sprachgebrauch letztendlich das, was als Mehrwertsteuer zu verstehen ist.

Und warum spricht man nun genau in diesem Fall von Mehrwertsteuer?

Man spricht deshalb von Mehrwertsteuer, weil Unternehmen letztendlich nur den Mehrwert einer Ware oder Dienstleistung versteuern müssen.

Um nochmals deutlich zu machen, was genau gemeint ist, möchten wir nochmals auf das oben angeführte Beispiel zurückkommen. In diesem beträgt der letztendliche Mehrwert 500 Euro.

1500 Euro (Verkauf des Fernsehers) – 1000 Euro (Einkaufspreis) = 500 Euro (Mehrwert)

Nimmt man nun die 500 Euro, die den Mehrwert darstellen und berechnet darauf die Umsatzsteuer, dann erhält man als Ergebnis 95 Euro.

Unbedingt erwähnt werde muss, dass nur Unternehmen durch die Vorsteuer von dem Mehrwertsystem profitieren können. Verbraucher müssen die gesamte Steuerlast tragen.

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