Was ist der Jahresfreibetrag?

Jahresfreibetrag
Was ist der Jahresfreibetrag?

Mit steuerlichen Fachbegriffen kennen sich nur die dafür gut bezahlten Fachleute aus.

Dennoch sollten Arbeitnehmer, Selbstständige oder Freiberufler einige dieser Termini mindestens schon einmal gehört haben.

Einer dieser Begriffe ist der „Jahresfreibetrag“.

Der Jahresfreibetrag: ein Steuerfreibetrag, der auf das Jahr gerechnet wird

Zunächst sollte betont werden, dass bei steuerlichen Unklarheiten in jedem Fall eine Fachmann konsultiert werden sollte. Infrage kommt hier ein Steuerberater oder auch ein Lohnsteuerhilfeverein.

Doch nun zurück zum Terminus „Jahresfreibetrag“. Was ist mit dem Begriff „Jahresfreibetrag“ gemeint?

Gemeint ist hier ein steuerlicher Freibetrag, der auf das Jahr gerechnet wird.

Im Gegensatz dazu stehen etwa monatliche Freibeträge oder an bestimmte Voraussetzungen gebundene steuerliche Freibeträge wie der Schwerbehindertenfreibetrag.

Wozu dienen Jahresfreibeträge?

Jahresfreibeträge dienen im Allgemeinen dazu, bestimmte steuerliche Sachverhalte, die bei einer Vielzahl von Steuerzahlern auftreten, steuerlich einfach zu behandeln.

So muss etwa ein Arbeitnehmer keine Steuererklärung abgeben, wenn seine Werbungskosten unter 1000 € im Jahr liegen.

Denn für Arbeitnehmer gibt es einen Jahresfreibetrag für die Werbungskosten von 1000 €. Das erspart einerseits dem Arbeitnehmer grundsätzlich den Aufwand, eine Einkommensteuererklärung zu erstellen.

Andererseits hat das Finanzamt dadurch weniger Arbeit. In diesem Sinne sind alle anderen Jahresfreibeträge zu verstehen.

Jahresfreibeträge für behinderte Personen

Jahresfreibeträge gibt es verschiedene wie beispielsweise für behinderte Menschen. In Abhängigkeit vom Grad der Behinderung sind sie gestaffelt.

Mit diesem Freibetrag sind alle Aufwendungen abgegolten, die der behinderte Mensch aufgrund seiner Behinderung zusätzlich hat.

Ihm bleibt es erspart, jede einzelne Rechnung aufzuheben und einzureichen. Andererseits muss das Finanzamt diese Rechnungen nicht prüfen.

Jahresfreibeträge auf Kapitalerträge

Jahresfreibeträge gibt es auch bei Kapitalerträgen. Wer Zinsen oder Dividenden hat, muss diese erst ab einem Jahresfreibetrag von 801 € pro natürlicher Personen versteuern.

Das erspart wiederum die Abgabe einer Einkommensteuererklärung und dem Finanzamt deren Prüfung.

Wer aus anderen Gründen eine Einkommensteuererklärung abgeben muss oder möchte, kann in dieser erklären, dass seine Einkünfte aus Kapitalerträgen unter der betreffenden Summe sind.

Dadurch muss er nicht die erforderlichen Unterlagen einreichen.

Jahresfreibeträge für Unternehmen

Ähnlich wie bei Jahresfreibeträgen für Privatpersonen gibt es solche auch für Unternehmen. Diese richtig einzusetzen und steuerlich geschickt anzuwenden, ist Sache des Steuerberaters des Unternehmens.

Unter Umständen kann eine Investition, eine Ausgabe, eine wirtschaftliche Entscheidung im laufenden oder im kommenden Jahr gefällt werden, je nachdem, ob steuerliche Freibeträge in dem einen oder anderen Jahr in Anspruch genommen werden können.

Hier haben die Steuerberater der Unternehmen viel zu tun, wenn sie steuergestaltend im Unternehmen eingreifen.

Der Jahresfreibetrag und die Steuerklasse

Die Höhe der meisten Jahresfreibeträge (anders als beispielsweise der Jahresfreibetrag für Schwerbehinderte) ist abhängig von der Steuerklasse. Damit möchte der Gesetzgeber für soziale Gerechtigkeit sorgen.  So ist der Jahresfreibetrag in der Steuerklasse 3 am höchsten, in den Steuerklassen 5 und 6 am niedrigsten.

Im Folgenden ein detaillierter Überblick über die Jahresfreibeträge in den einzelnen Steuerklassen.

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 1

In der Steuerklasse 1 liegt der Jahresfreibetrag bei 8354 Euro. Sind Kinder vorhanden, dann können für jedes Kind weitere 7008 Euro geltend gemacht werden.

Hinzukommen ein Arbeitnehmerpauschalbetrag von 1000 Euro sowie ein Pauschalbetrag für Sonderausgaben, der bei 36 Euro anzusetzen ist.

Zuletzt kann noch eine Vorsorgepauschale geltend gemacht werden. Diese ist abhängig vom jährlichen Bruttoeinkommen. (Vgl.: § 39b Abs. 2 Satz 6 EStG)

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 2

In Steuerklasse 2 fallen Alleinerziehende. Diese können zusätzlich zu den Jahresfreibeträgen, die in Steuerklasse 1 gelten, einen sogenannten Alleinerziehendenentlastungsbetrag geltend machen. Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag liegt aktuell bei 1308 Euro.

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 3

In Steuerklasse 3 fallen verheiratete Arbeitnehmer, deren Ehepartner die Steuerklasse 5 hat. Der Grundfreibetrag liegt hier bei 16708 Euro und ist damit doppelt so hoch wie der Grundfreibetrag in Steuerklasse 1 oder Steuerklasse 2.

Alle anderen Jahresreibeträge sind in derselben Höhe wie in Lohnsteuerklasse 1 und 2.

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 4

Ehepaare, die in etwa ein gleich hohes Einkommen haben, entscheiden sich zumeist für die Steuerklasse 4. Die Freibeträge sind hier im Grunde identisch mit denen der Steuerklasse 1 und 2.

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 5

Die Steuerklasse 5 gilt für Verheiratete, deren Ehepartner in Steuerklasse 3 einzuordnen ist. Hier gibt es keinen Grundfreibetrag und auch die Kinderfreibeträge entfallen.

Der Jahresfreibetrag in Steuerklasse 6

In Steuerklasse 6 fallen Arbeitnehmern, die neben der Haupttätigkeit noch ein weiteres oder gar weitere Arbeitsverhältnisse haben. Genau wie in der Steuerklasse 6 gibt es hier weder Kinderfreibeträge noch einen Grundfreibetrag.

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