Was genau bedeutet Gnadenjahr in der Steuer?

Das Gnadenjahr in der Steuer
Das Gnadenjahr in der Steuer

Gnadenjahr klingt irgendwie merkwürdig, irgendwie nach Gnade.

Auf die Steuer bezogen so, als ob der Staat jemandem eine Gnade erweisen würde.

Könnte auch fast so gemeint sein. Ist es aber nicht.

Was genau ist das Gnadenjahr?

Das Gnadenjahr ist jenes Jahr, das auf den Tod eines Ehepartners folgt und in dem der überlebende Partner weiterhin nach der günstigeren Steuerklassenkombination besteuert wird.

Das Wort drückt somit aus, dass der hinterbliebene Ehegatte, der sowieso schon emotionale und finanzielle Probleme hat, nicht direkt nach dem Todesfall auch noch mit dem Wechsel der Steuerklasse belastet werden soll.

Dies ist außerdem ein finanzieller Vorteil für die Witwe/den Witwer, es ist also das Gnadenjahr für Witwen bzw. Witwer. Gleiches gilt natürlich für eingetragene Lebensgemeinschaften.

Wie funktioniert das Gnadenjahr?

Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn während des Bestehens der Ehe/der eingetragenen Partnerschaft die Partner die richtige Steuerklassenkombination gewählt haben. Siehe hierzu auch: Steuerklasse Witwe bzw. Steuerklasse Witwe mit Kind.

Beträgt der Einkommensunterschied der Partner mehr als 20 %, können und sollten sie überlegen, ob sie statt der vom Finanzamt zugewiesenen Steuerklassenkombination Steuerklasse 4/4 die Steuerklassenkombination 3/5 wählen.

Der Partner mit dem höheren Einkommen erhält dabei die Steuerklasse 3. Diese ist mit einem deutlich geringeren Steuersatz versehen. Als Ausgleich erhält der andere die Steuerklasse 5 und wird höher versteuert.

Im Ergebnis beträgt die auf beide Einkommen zusammen monatlich zu zahlende Steuer weniger als bei der Steuerklassenkombination 4/4.

Es ist ein Irrtum zu denken, dass dies das jährliche Einkommen beeinflusst

Allerdings ist es ein Irrglaube, dass dadurch das jährliche Einkommen beeinflusst werden kann. Denn bei der Steuerklassenkombination 3/5 verlangt der Staat in jedem Fall die Abgabe einer Einkommensteuererklärung.

Bei dieser werden alle Einkommen eines Jahres zusammengerechnet und mit einem einheitlichen Steuersatz besteuert.

Für Rentner ist die Wahl der Steuerklasse in vielen Fällen von großer Relevanz

Dennoch: Gerade für Rentner kann die richtige Steuerklassenkombination entscheidend sein (siehe auch: Steuerklasse Rentner).

Ist beispielsweise einer der Partner Rentner, der andere arbeitet noch, sollte der mit dem höheren Einkommen die Klasse 3 haben. Der Rentner erhält dann die Steuerklasse 5.

Da Renten, jedenfalls derzeit, nicht vollständig besteuert werden, muss er möglicherweise, trotz des in Steuerklasse 5 höheren Steuersatzes, keine Steuern auf seine Rente zahlen.

Das Gnadenjahr bietet Steuervorteile

Und dies kann im Falle des Versterbens des Partners, der die Steuerklasse 3 hatte, ein dauerhafter finanzieller Vorteil sein. Jedenfalls für das Jahr, in dem der Todesfall eingetreten ist und das Jahr danach, das Gnadenjahr.

Vor Ende des Gnadenjahres sollte jedoch unbedingt an den Wechsel der Steuerklasse gedacht werden, da ansonsten das Finanzamt tätig wird.

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